{"id":723,"date":"2019-04-09T14:40:23","date_gmt":"2019-04-09T14:40:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kitzigs.de\/knudsen\/?page_id=723"},"modified":"2021-01-25T22:06:05","modified_gmt":"2021-01-25T22:06:05","slug":"kindheit-8","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.kitzigs.de\/knudsen\/?page_id=723","title":{"rendered":"Kindheit 8"},"content":{"rendered":"\t\t<div data-elementor-type=\"wp-post\" data-elementor-id=\"723\" class=\"elementor elementor-723\">\n\t\t\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-19e8bc1e elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"19e8bc1e\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-439ffcb0\" data-id=\"439ffcb0\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-415346ec elementor-widget elementor-widget-spacer\" data-id=\"415346ec\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"spacer.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-spacer\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-spacer-inner\"><\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-47b9141c elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"47b9141c\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" id=\"1870\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p><b>Im Sommer 1870 im Juni kam Vater aus Westindien zur\u00fcck und ankerte an Langgrenden bei Horten, um die Mannschaft zu tauschen, da diese 2 Jahre an Bord gewesen war, und Abl\u00f6sung verlangen konnte. Einige von ihnen blieben jedoch und es wurden neue angeheuert f\u00fcr die, die an Land gingen. Vater kam mit dem Dampfschiff nach Kristiania, und da er mit einer Salzladung zur Ostsee fahren sollte, bat er mich, mir vor der letzten Pr\u00fcfungswoche schulfrei zu nehmen, und nahm mich mit an Bord. Mutter blieb zu Hause, um sich um Schwester Susanna zu k\u00fcmmern, die gerade ihr zweites Kind &#8211; Signe (Frau Hallager)- bekommen hatte. War die Seereise 1869 unangenehm gewesen, so war nun das Gegenteil der Fall. Am ersten Tag war ich ein wenig seekrank, aber damit war es erledigt,\u00a0og jeg var h\u00f8it og lavt med Folkene, ja endog paa Merser\u00e6erne og revede.<\/b><b>In der Ostsee, wo wir &#8220;Sch\u00f6nwetter&#8221; hatten, war mein Lieblingsort &#8220;Storemers&#8221;, wo ich lag und Romane von Cooper las, die ich in Vaters Schiffsbibliothek gefunden hatte. Besonders freute mich der &#8220;Jack O&#8217;Lanterne&#8221;, ein Seemann von Napoleons Kriegern.<\/b><\/p><p><b>Vater war in Westindien in Belize (Yucatan) gewesen und hatte viele Rarit\u00e4ten mitgebracht, wie einen gro\u00dfen Schildkr\u00f6tenschild, die herrlichsten Muscheln und auch viele gute essbare Dinge, mit denen er nicht knauserte, und so lebte ich die gl\u00fccklichen Tage des Herrn. Von Berglie bis Liverpool war er damals in unerh\u00f6rt schnellen 28 Tagen gereist, und brachte 32 lebende Schildkr\u00f6ten mit, die w\u00e4hrend dieser Zeit auf dem R\u00fccken lagen, gef\u00fcttert wurden und mehrmals am Tag kalt mit Seewasser geduscht wurden. Er verkaufte sie in Liverpool und verdiente gut mit ihnen. In Liverpool hatte er dann Salz aufgeladen, um es nach Wiborg in Finnland zu fahren, und nach Norwegen f\u00fcr eine neue Mannschaft zu kommen. Als wir den \u00d8resund passierten, h\u00f6rten wir, dass es einen Krieg zwischen Preu\u00dfen und Frankreich geben k\u00f6nnte und bevor wir nach Wiborg kamen, war der Krieg erkl\u00e4rt. <\/b><\/p><p><b>Vater reiste sofort nach St. Petersburg, um nach einer guten Fracht zu suchen, und hatte auch das Gl\u00fcck, von Kronstadt aus richtig gute Fracht entweder nach Le Havre oder nach London zu bef\u00f6rdern, Auftrag in Helsing\u00f8r. Es wurde London. Inzwischen lagen wir auf Reede in Tr\u00e5ngsund, dem Hafen von Wiborg, weil &#8220;Lizzy&#8221; zu tief lag, bevor ein Teil der Ladung entladen war, und wir entluden Salz in Latten (Paletten von Salz?), die ein Schlepper &#8220;Sampo&#8221;, morgens und abends brachte. Auf Reede lag die russische Ostseeflotte, welche mobilisiert worden war, 18 gro\u00dfe Panzerschiffe der neuesten Fasson, und ich hatte viel Spa\u00df darin, in &#8220;Lizzy&#8217;s&#8221; Beiboot, das ein gro\u00dfes Lateinersegel und Fock hatte, zwischen ihnen zu rudern oder zu segeln. Ballast war ein gef\u00fclltes Wasserfass, da Beiboote ja leichte Ruderbote sind und nicht wirklich zum Segeln gedacht sind. Gegen Abend, wenn alles ruhig war, ruderte ich gerne zu den Escadren<span id='easy-footnote-1-723' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/www.kitzigs.de\/knudsen\/?page_id=723#easy-footnote-bottom-1-723' title='franz. &quot;Geschwader&quot;'><sup>1<\/sup><\/a><\/span>, um den sch\u00f6nen Gesang der russischen Matrosen zu h\u00f6ren, die herrlich mehrstimmig sangen. Vor allem die B\u00e4sse waren \u00fcberw\u00e4ltigend sch\u00f6n.<\/b><\/p><p><b>Wir hatten an Bord der \u201eLizzy&#8221; einen Zimmermann, der sich in jungen Jahren wegen &#8220;fahrl\u00e4ssigen T\u00f6tens&#8221; in der Strafanstalt befunden hatte. Er war ein Meister der Arbeit und ein netter alter Kerl, der w\u00e4hrend der Fahrt von Horten nach Tr\u00e5ngsund nach Vaters Anweisungen einen sch\u00f6nen Kutter mit einer L\u00e4nge von 80 Zentimetern aus einem Mahagoni-Block, den Vater an Bord hatte, gearbeitet hatte. Als er fertig war, lie\u00df Vater in Fr\u00e5sund einen Segelmacher Segel n\u00e4hen, ebenfalls nach seiner Anweisung, dem sogenannten &#8220;Bermudarig&#8221; oder wie man es jetzt nennt \u201eMarconi-Rig&#8221;: Man sieht, dass Vater seine Augen offen daf\u00fcr hatte, wie ein Kutter am vorteilhaftesten aufgetakelt wird. Neben dem hohen spitzen Gro\u00dfsegel war ein Focksegel, das mit dem Hals am Sprydet festgemacht war. Sowohl Gro\u00dfsegel als auch Fock hatten einen Mast am Underliget. Der Kutter hatte kein Ruder, und der beste Beweis daf\u00fcr, wie genau er gearbeitet und die Segel balanciert waren, war dass wenn Bidevind (Wind von schr\u00e4g vorne) auf den ein oder anderen Bug traf, dann blieb er liegen, bis er eingeholt und umgestellt wurde. <\/b><\/p><p><b>Man kann meine Entz\u00fcckung \u00fcber dieses herrliche Geschenk von Vater verstehen, und ich verbrachte fast den ganzen Tag im Boot und segelte mit &#8220;Nils Juel&#8221;, wie ich es getauft hatte. Es hatte Bleikiel, und der Kiel hatte die gleiche Form, die man jetzt hat mit zunehmender Tiefe nach achtern. Da es ein komplettes Deck hatte, war ich bei jedem Wetter mit ihm drau\u00dfen, und ich hatte viele Male mehr M\u00fche mit dem Schiffsboot als mit dem Kutter.<\/b><\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-inner-section elementor-element elementor-element-936f99f elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"936f99f\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-50 elementor-inner-column elementor-element elementor-element-5804537\" data-id=\"5804537\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-936c2f9 elementor-widget elementor-widget-google_maps\" data-id=\"936c2f9\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"google_maps.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-custom-embed\">\n\t\t\t<iframe loading=\"lazy\"\n\t\t\t\t\tsrc=\"https:\/\/maps.google.com\/maps?q=Kronstadt&#038;t=m&#038;z=10&#038;output=embed&#038;iwloc=near\"\n\t\t\t\t\ttitle=\"Kronstadt\"\n\t\t\t\t\taria-label=\"Kronstadt\"\n\t\t\t><\/iframe>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-d52303a elementor-widget elementor-widget-spacer\" data-id=\"d52303a\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"spacer.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-spacer\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-spacer-inner\"><\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-50 elementor-inner-column elementor-element elementor-element-a86a9ec\" data-id=\"a86a9ec\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-f0fdaa0 elementor-widget elementor-widget-google_maps\" data-id=\"f0fdaa0\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"google_maps.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-custom-embed\">\n\t\t\t<iframe loading=\"lazy\"\n\t\t\t\t\tsrc=\"https:\/\/maps.google.com\/maps?q=wyborg&#038;t=m&#038;z=10&#038;output=embed&#038;iwloc=near\"\n\t\t\t\t\ttitle=\"wyborg\"\n\t\t\t\t\taria-label=\"wyborg\"\n\t\t\t><\/iframe>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-b23271f elementor-widget elementor-widget-spacer\" data-id=\"b23271f\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"spacer.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-spacer\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-spacer-inner\"><\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-a3a9747 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"a3a9747\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p><b>Eines Tages brachte mich mein Vater nach Wiborg und am n\u00e4chsten Tag fuhren wir zu einer Besichtigung mit dem Dampfschiff das Saimaa-Meer hinauf. Auf dem Dampfschiff machte Vater Bekanntschaft mit einem h\u00f6heren russischen Beamten, der mit seiner Familie dieselbe Tour wie wir unternahm. Das Gespr\u00e4ch ging leider f\u00fcr mich auf Franz\u00f6sisch weiter, und ich h\u00e4tte es sogar gewagt, mit den jungen M\u00e4dchen zu reden, die flie\u00dfend sprachen.<\/b><\/p><p><b>Das Saimaa-Meer wirkte damals erm\u00fcdend auf mich. Es war Wald und wieder unendlich viel Wald, und zwischendurch Rodung mit bewohnten Orten, aber in meinen Augen konnten diese das Monotone nicht \u00fcberwiegen. Einige Tage nach unserer R\u00fcckkehr von dieser Tour war die &#8220;Lizzy&#8221; entladen und ein m\u00e4chtiges Schleppboot wurde von Vater engagiert, um uns nach Kronstadt zu schleppen. H\u00e4tten wir segeln wollen, h\u00e4tten wir Ballast aufnehmen m\u00fcssen und dadurch Zeit verloren. Nun konnten wir die Tour mit leerem Schiff machen, und sofort zum Laden bereit sein. Es war ein kraftvoller Doppelschraubendampfer &#8220;Llogeda&#8221;, der uns in 6-7 Stunden von Tr\u00e5ngsund nach Kronstadt bei herrlichstem Wetter schleppte. Vater lie\u00df ein paar Untersegel zur Hilfe setzen, und es ging ausgezeichnet. In Kronstadt angekommen, kamen sofort Zoll- und Polizeibeamte an Bord, die dort blieben, bis das Schiff absegelte. Es war verboten, Licht und Feuer an Bord zu haben. Daher musste der Koch f\u00fcr jede Mahlzeit an Land rudern, zu der gro\u00dfen K\u00fcche am Kai, die f\u00fcr die Bed\u00fcrfnisse der Schiffe eingerichtet war, und dann das Essen fertig an Bord bringen. F\u00fcrchterlich umst\u00e4ndlich und wof\u00fcr es gut sein sollte, ist mir noch immer ein R\u00e4tsel. Kronstadt war eine h\u00fcbsche Stadt mit breiten Stra\u00dfen und h\u00fcbschen H\u00e4usern und Kirchen. Das Pflaster bestand gr\u00f6\u00dftenteils aus Holzw\u00fcrfeln, die mit den Enden in der Erde standen, aber eine Stra\u00dfe war mit alten Schiffsbolzen aus Eisen aus den ausrangierten alten Kriegsschiffen gepflastert. Das hat mich sehr beeindruckt. Gott wei\u00df, wie viele Millionen oder Milliarden Bolzen in dieser Stra\u00dfe standen. Es war auf jeden Fall haltbar. Einige Tage nachdem wir gekommen waren, gab es einen gro\u00dfen Festtag und keine Arbeit. Es war entweder der Geburtstag von Kaiser Alexander II. oder der Kaiserin. Was dort gegen Mittag und Morgen geschossen wurde, war heftig. Alle Festungen um Kronstadt donnerten los, man sollte meinen, es sei Krieg. <\/b><\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-fe47e3e elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"fe47e3e\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p><b>Diese Forts, gro\u00dfe Granitmassen, die an untiefen Stellen in der Bucht ermauert wurden, hatten mehrere Etagen, wie ein Haus, mit Kanonentoren anstelle von Fenstern. Gewaltige Kolosse, die zu dieser Zeit als uneinnehmbar galten, jedoch bald an Bedeutung verloren, als die gro\u00dfen Geschosse zum Einsatz kamen. An diesem Tag reisten Vater mit mir und dem norwegischen Konsul Smith mit diesem kleinen Dampfboot hin\u00fcber zum Schloss Peterhof, wo die Kaiserlichen sich aufhielten, und wo es ein gro\u00dfes Volksfest und ein Feuerwerk geben sollte. Wir besahen den herrlichen Park, und einen unvergesslichen Eindruck hinterlie\u00dfen die Springbrunnen und Kaskaden auf mich. Vor allem die letzteren waren wunderbar. Die Treppen aus wei\u00dfem Marmor, aber auf der Vorderseite mit vergoldeten Platten bedeckt, so dass sie durch das fallende Wasser golden erscheint. Es war ein Farbenspiel, das einzigartig war. Die Springbrunnen und die anderen Kunstwerke in diesem Park werden oft von besseren F\u00fcllern als meinen beschrieben, so dass ich keinen Wettbewerb betreiben werde.<\/b><\/p><p><b>Vater hatte beschlossen, von Peterhof aus die Eisenbahn nach St. Petersburg zu nehmen, damit ich diese Stadt sehen konnte, und wir nahmen den letzten Zug von Peterhof und kamen um Mitternacht nach St. Petersburg. Eine Droschke fuhr uns zu dem Hotel, in dem Vater gewohnt hatte, als er das letzte Mal in der Stadt war, ein Hotel Garni, aber der Portier (Hausmeister) wollte uns nicht mitten in der Nacht hinein lassen. Es war nichts anderes zu tun, als wieder in die Droschke zu steigen, und dann fuhren wir von 12 bis 4 Uhr morgens von Hotel zu Hotel durch ganz Petersburg, aber nirgends kamen wir herein, da wir keinen Pass hatten. Zumindest haben wir so die Stadt gesehen, denn es war die ganze Nacht ziemlich hell. Schlie\u00dflich um 4 Uhr morgens kehrten wir zu dem ersten Hotel Garni zur\u00fcck, und Vater sagte, dass er eintreten wollte. Als der Pf\u00f6rtner \u00f6ffnete und hinausschaute, steckte Vater den Fu\u00df in die \u00d6ffnung und dr\u00fcckte mit all seiner Kraft die Schulter gegen das Tor, so dass der Pf\u00f6rtner es nicht zubekommen konnte. Stattdessen r\u00fcckte er zum Ende des Tors, und wir gingen \u00fcber den gefallenen Helden hinauf in die 2. Etage, wo sich das Hotel befand, und wo wir sofort ein Zimmer bekamen und schliefen, schliefen, schliefen bis zum Abendessen. Als wir gegessen hatten, ging es in die Stadt hinaus und zuerst zur Isak-Kirche. Es war ein Sonntag, und ich sah und h\u00f6rte zum ersten Mal einen griechisch-orthodoxen Gottesdienst mit seinem herrlichen Gesang und seinem Wechsel-Gesang bei der Messe. Die orthodoxe Kirche verbietet ja Instrumentalmusik im Gottesdienst, und setzt mehr auf Chor und Sologesang. Es gibt nur Jungen- und M\u00e4nnerch\u00f6re, aber sie haben gut gesungen, und Vater und ich haben es als Konzert genossen. Es war ja auch interessant, mit allen Zeremonien Bekanntschaft zu machen. Danach streiften wir umher und besahen die ber\u00fchmtesten Kunst- und Bauarbeiten, und einen gro\u00dfen Teil hatten wir ja bereits nachts im Morgengrauen gesehen.<\/b><\/p><p><b>Montag waren wir wieder in Kronstadt. Da mein Vater Angst hatte, dass ich zu sp\u00e4t zur Schule kommen w\u00fcrde, wenn ich warten w\u00fcrde, bis er die Last bekommen hatte und sich auf den Weg nach Helsing\u00f8r machen konnte, sprach er mit dem F\u00fchrer des Bergungsdampfers &#8220;Odin&#8221; Kapit\u00e4n Brun (?), der in Kronstadt war und seine Frau und zwei S\u00f6hne in meinem Alter dabei hatte, ob ich ihnen nach Helsing\u00f8r folgen k\u00f6nnte, und dort mit dem Lotsen an Land gehen konnte, was gerne bewilligt wurde, und als &#8220;Odin&#8221; einige Tage sp\u00e4ter beladen war, verabschiedete ich mich von Vater und der Mannschaft und stieg an Bord von &#8220;Odin&#8221;. Vater hatte gesagt, dass ich von Helsing\u00f8r zu Onkel Riise Knudsen nach Kopenhagen fahren, und dort bleiben sollte bis das Boot nach Kristiania ging. Wir hatten eine wunderbare Reise nach Helsing\u00f8r, und die S\u00f6hne des Kapit\u00e4ns und ich kamen sehr gut miteinander aus und hatten viel Spa\u00df zusammen.<\/b><\/p><p><b>Als ich in Helsing\u00f8r ankam, fuhr ich mit dem ersten Zug nach Kopenhagen und fuhr direkt vom Bahnhof zum Rosenborggade, wo Onkel Riise lebte. Er war allein zu Hause und machte gro\u00dfe Augen, als ich alleine ankam, und noch mehr, als er h\u00f6rte, dass ich alleine von Kronstadt \u00fcber Helsing\u00f8r, Kopenhagen nach Kristiania reiste. Abends kamen Tante Rike, Cousine Marie und Peter von einer Landreise nach Hause, und ich hatte es, wie immer, gem\u00fctlich bei diesen gro\u00dfartigen Leuten. Ich war an einem Sonntag nach Kopenhagen gekommen und musste bis Donnerstag warten, als ich an Bord des Dampfschiffes &#8220;Kronprindsesse Louise&#8221; ging, das dem Staat geh\u00f6rte und Posten zwischen D\u00e4nemark und Norwegen besuchte, abwechselnd mit &#8220;Exellencen Toll&#8221;. Alles war\u00a0 &#8220;Marine&#8221; an Bord der &#8220;Kronprinzessin&#8221;, Offiziere und die Mannschaft der Marine. Es war ein gro\u00dfer Raddampfer aus Holz, der 8 bis 9 Meilen in der Wache machte. Die Reise verlief gut und ich kam gut in Kristiania an, wo Mutter mich noch nicht erwartet hatte, weshalb sie in Marienlyst bei Susanna war, als ich nach Hause kam, aber unser altes treues M\u00e4dchen Anne, das seit vielen Jahren bei Vater und Mutter war, empfing mich an der T\u00fcr. Was ich f\u00fcr den Rest der Ferien machte, kann ich mich nicht erinnern, aber die 10-12 Tage vor Schulbeginn waren f\u00fcr mich wahrscheinlich langweilig, weil die Tanberg-Jungs verreist waren, und erst direkt vor Schulbeginn nach Hause kommen sollten. Die Schule sollte beginnen. Vater war wieder nach Westindien gesegelt, und es dauerte zwei Jahre, bis wir ihn wiedersahen.<\/b><\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-fdcca0f elementor-widget-divider--view-line elementor-widget elementor-widget-divider\" data-id=\"fdcca0f\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"divider.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-divider\">\n\t\t\t<span class=\"elementor-divider-separator\">\n\t\t\t\t\t\t<\/span>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-f5ef2ff elementor-widget elementor-widget-spacer\" data-id=\"f5ef2ff\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"spacer.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-spacer\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-spacer-inner\"><\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-3cc26cd elementor-widget-divider--view-line elementor-widget elementor-widget-divider\" data-id=\"3cc26cd\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"divider.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-divider\">\n\t\t\t<span class=\"elementor-divider-separator\">\n\t\t\t\t\t\t<\/span>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-af2e86c elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"af2e86c\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" id=\"1871\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p><b>Ich war jetzt in der dritten Realklasse, und hatte den sp\u00e4teren Direktor der technischen Schule in Kristiania, E.A.H. Sinding als Klassenlehrer (sehr streng). Diese Klasse war oder wurde besser gesagt, nur benutzt f\u00fcr alle Schl\u00e4gereien und Spektakel, die wir zu Stande brachten. Wir erkl\u00e4rten der Qvam Schule den Krieg (es waren ja Tage des Krieges), und eines Tages hatte einer der Jungen heimlich die Uhr im den Flur vorgestellt, so dass\u00a0 Redellen um 10 Minuten vor 2 klingelte, und um 2 Uhr waren wir mit 30 M\u00e4nnern vor der Qvam Schule in der Theatergade mit den Taschen voller Kastanien, und sobald jemand im Tor erschien, schoss eine Salve quer \u00fcber die Stra\u00dfe und in das Tor, so dass weder Lehrer noch Sch\u00fcler herauskommen konnten, aber schlie\u00dflich kam ein Polizist, der uns dazu dr\u00e4ngte, die Beine in die Hand zu nehmen, aber zumindest 20 Minuten lang war das Personal der Schule eingesperrt gewesen. Die Fensterscheiben hatten wir blockiert. Ein anderes Mal war ein gro\u00dfer Kampf mit Jungs aus Piperviken, wo damals alle Arten von Schlingeln lebten. Einmal im Fr\u00fchling, als es wirklich sch\u00f6nes Wetter gab, hatten wir in der Turnstunde um frei gebeten, um Ball zu schlagen. Es wurde abgelehnt. Der Gymnastiklehrer, Leutnant Lonnevig, ging in der Pause im Saal auf und ab, da schlich sich jemand herunter und schloss die T\u00fcr von au\u00dfen, und da die Fenster hoch oben an der Wand waren, konnte er nicht herauskommen. Wir schlugen die ganze Stunde Ball, und als die Pause kam, schlich sich wieder einer herunter und schloss auf\/ drehte den Schl\u00fcssel herum und verschwand.<\/b><\/p><p><b>Einar Fluh und Karl Hovland hie\u00dfen die Anf\u00fchrer in der Klasse, und es war mit vollem Recht, dass beim Schulfest 1871 der Leiter in seiner Rede aussprach: \u201eMit Ausnahme einer Klasse war man sehr zufrieden mit dem Verhalten der Sch\u00fcler&#8221;. Als ein Junge unter den Zuschauern rief &#8220;Das ist die 3. Realklasse!&#8221; wurde sofort \u201ePsst!\u201c gesagt. Gl\u00fccklicherweise gingen alle Unruhestifter von der Schule, sodass wir in der 4. Realklasse erneut ein gutes Renommee erhalten konnten.<\/b><\/p><p><b>Aars &amp; Voss galt als die beste Schule des Landes, und die Leitung verstand es, eine Reihe von Lehrkr\u00e4ften der ersten Klasse zu sammeln. Mehrere wurden sp\u00e4ter Professoren an der Universit\u00e4t oder Rektoren an den staatlichen Hochschulen. Kein Wunder also, dass wir gut und viel gelernt haben. Es wurde viel &#8220;Selbstarbeit&#8221; verlangt, und kein Mopsen (\u201ePugning\u201c) toleriert. Insgesamt habe ich, abgesehen von Mathematik, insbesondere Arithmetik, gut abgeschnitten. Geometrie, Stereometrie und Trigonometrie dagegen fielen mir nicht so schwer. Es war mein schlechtestes Fach und hier habe ich mich gerade so durch die Pr\u00fcfungen gehangelt, w\u00e4hrend die anderen F\u00e4cher zufriedenstellend waren. Meine Lieblinge waren Geschichte, Geographie, Zoologie, Physik, Deutsch und Franz\u00f6sisch. Englisch interessierte mich weniger. Im Sommer 1872 reiste Erland Tanberg nach M\u00fcnchen, um Chemie zu studieren, und Ragnvald und ich unternahmen diesen Sommer eine Segeltour mit Frau Tanbergs Boot nach Dr\u00f8bak, um unseren gemeinsamen Freund und Klassenkameraden Alfons Parr zu besuchen, dessen Vater eine Immobiie, Husvik, in der Vindfang-Bucht hatte. Parr war Reeder und Exporteur und ein reicher Mann. Ich war w\u00e4hrend all der Jahre besonders gut mit Alfons befreundet gewesen, dem das Lernen schwer fiel, und dem ich bei seinen Aufgaben und Hausaufgaben geholfen habe. Ich verkehrte also oft dort im Haus. Er hatte eine Schwester Anna, an der ich eine Zeit lang, im Alter von 12 bis 13 Jahren, interessiert war, aber das verschwand.<\/b><\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-64e7860 elementor-widget-divider--view-line elementor-widget elementor-widget-divider\" data-id=\"64e7860\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"divider.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-divider\">\n\t\t\t<span class=\"elementor-divider-separator\">\n\t\t\t\t\t\t<\/span>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-0a82726 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"0a82726\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p><b>In den Sommerferien 1871 wurde ich eingeladen, diese bei dem alten Onkel Johan Gude, dem Pfarrer von Dr\u00f8bak, zu verbringen, in dessen Haus Vaters Br\u00fcder Julius und Emil nach dem Tod von Gro\u00dfvater aufwuchsen. Er war der Bruder von Gro\u00dfmutter Knudsen. Ich war den ganzen Urlaub dort im Pfarrhaus &#8220;Seiersteen&#8221;, das auf dem H\u00fcgel oberhalb von Dr\u00f8bak lag, wo sich jetzt das starke Fort &#8220;Seiersteen&#8221; befindet. Von hier aus war es nicht mehr weit bis Husvig bis zu den Parrs, und ich war auch ein paar Tage in Oscarsborg bei dem Kommandanten Kapit\u00e4n Sissenere, der mit einer entfernten Verwandten von Vater verheiratet war. <\/b><\/p><p><b>Es gab auch Jungen in ungef\u00e4hr meinem Alter, die auch mit in das Pfarrhaus kamen, um mit mir zu spielen. Wohin ich auch kam, Freunde fand ich \u00fcberall, und da ich dank meiner Mutter ein nettes Wesen hatte, fand ich auch Wege f\u00fcr die Augen der \u00c4lteren (Eltern). Mit gleichaltrigen M\u00e4dchen befasste ich mich nicht, war aber f\u00fcr meine Lebhaftigkeit und Munterkeit bei \u00e4lteren Fr\u00e4uleins im Alter zwischen 18 und 20 Jahren beliebt, und war ihnen gegen\u00fcber viel ungenierter als einem Schulm\u00e4dchen von 12 bis 13 Jahren.<\/b><\/p><p><b>Wie gesagt, haben Ragnvald und ich 1872 eine Segeltour nach Dr\u00f8bak vorgeschlagen. Es kam uns wie eine Auslandsreise in dem kleinen Boot vor. Alfons Vater lud uns ein, bei ihm zu wohnen, aber wir wollten verr\u00fcckte Wikinger sein und schliefen im Boot mit den Segeln \u00fcber uns. Wir lagen hart, und wir froren, verzogen aber keine Miene, und hielten 4 Tage und N\u00e4chte aus, dann segelten wir wieder nach Hause und hatten genug von solchen Ausfl\u00fcgen. Ich war jetzt in die 5. oberste Realklasse gekommen. Es waren nur noch vier von den 30 Jungs \u00fcbrig, die in der dritten Realklasse zusammen gewesen waren, aber es kamen 3 neue Jungen, die nicht f\u00fcr die Aufnahmepr\u00fcfung an der Kriegsschule zugelassen wurden, so dass wir insgesamt 7 waren. Von den vieren waren es: Morgenstjerne ( der General) , Hoel (gestorben als Kapit\u00e4n mit dem Spitznamen &#8220;Alkohoel&#8221;), Erik Rynning (gestorben als Ingenieur in Amerika) und ich (Der noch auf den Tod wartet). Die drei Neuen, die zur Nissens-Schule (Nissens skole) gegangen waren, waren Falsen, Ring und Maner. 1873 gingen sie zur Kriegsschule (Krigsskolen) und bestanden die Pr\u00fcfung, w\u00e4hrend Rynning und ich die Ingenieur- Laufbahn w\u00e4hlten. Er kam in die &#8220;Chalmerska-Schule&#8221; in G\u00f6teborg, w\u00e4hrend ich nach M\u00fcnchen ging, um dort Chemie am Polytechnikum zu studieren.<\/b><\/p><figure id=\"attachment_1154\" aria-describedby=\"caption-attachment-1154\" style=\"width: 184px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.kitzigs.de\/knudsen\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Otto_Winther-Hjelm.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1154 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kitzigs.de\/knudsen\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Otto_Winther-Hjelm-184x300.jpg\" alt=\"\" width=\"184\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.kitzigs.de\/knudsen\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Otto_Winther-Hjelm-184x300.jpg 184w, https:\/\/www.kitzigs.de\/knudsen\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Otto_Winther-Hjelm-626x1024.jpg 626w, https:\/\/www.kitzigs.de\/knudsen\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Otto_Winther-Hjelm.jpg 734w\" sizes=\"(max-width: 184px) 100vw, 184px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1154\" class=\"wp-caption-text\">Otto Winther Hjelm (links)<\/figcaption><\/figure><p><b>Als wir 1867 nach Kristiania kamen, wurde ich sofort in der Griegs &amp; Winter-Hjelms Musikschule eingeschrieben und spielte bei dem letzteren. Ich muss leider sagen, falls etwas einem Sch\u00fcler die Lust nehmen konnte, dann war es dieser Unterricht. Nur \u00dcbungen, nie ein leichtes St\u00fcck. Endlich bekam ich dann die Et\u00fcden von Clementis, die genau so langweilig waren wie die \u00dcbungen, und so verlor ich meine Lust v\u00f6llig und anstatt zu \u00fcben, begann ich zu fantasieren, wenn ich eine Dissonanz vernommen habe, um diese zu erh\u00f6hen, und der Fortschritt war so gering, dass ich 2 Jahre lang mit dem Unterricht v\u00f6llig aufh\u00f6rte, von 1869 bis 1871. Da beschloss Mutter, mich mit Frau Marie Ray, einer Freundin von Schwester Susanna, \u00fcben zu lassen, und da wurden es eine andere Sache. Sie verstand es, etwas interessant zu machen, so dass ich bald gute Fortschritte machte, aber es war immer gef\u00e4hrlich f\u00fcr meine Praxis, dass ich ein Talent zum Komponieren hatte, und frei phantasieren und improvisieren konnte. Daher erlangte ich nie ein gro\u00dfe Fertigkeiten, sondern komponierte sowohl Klavierst\u00fccke als auch kleine Lieder von meinem 13. Lebensjahr an, ohne jemals die Theorie gelernt zu haben, und nur meinem Geh\u00f6r folgend, und so ist es mein ganzes Leben lang geblieben. Ich bin oft, wenn ich mir z.B. die &#8220;Hamarkantaten&#8221; vornehme, erstaunt, dass ich, ohne jemals die Theorie gelernt zu haben, mit nur ein bisschen Selbststudium in Instrumentationslehre, etwas derartiges schreiben konnte, das wirklich bleibenden Wert hat. Ich behaupte, dass ich nur &#8220;Medium&#8221; f\u00fcr eine h\u00f6here Macht war.<\/b><b><\/b><b><\/b><\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-bf52b13 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"bf52b13\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" id=\"1872\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p><b>Als beschlossen wurde, dass ich in M\u00fcnchen studieren sollte, entschied ich mich, etwas fr\u00fcher dort hinunterzufahren, um mich in der Sprache zu perfektionieren, damit ich den Vorlesungen leichter folgen konnte. Anfang August fuhr ich mit dem Dampfschiff &#8220;St Olaf&#8221; \u00fcber Hamburg, und nahm dann die Eisenbahn weiter nach M\u00fcnchen. Wehm\u00fctig winkte ich vom Deck des Schiffes aus Mutter zum Abschied, die am Kai stand, ich war doch gerade erst am Ende meiner Kinderzeit, und ich sollte mich nun selbstst\u00e4ndig versorgen und mich f\u00fcr meinen Lebensunterhalt ausbilden, ohne mir jederzeit einen guten Rat von der lieben Mutter einholen zu k\u00f6nnen. Die Seereise verlief gut ohne Seekrankheit, und ich machte Bekanntschaft mit ein paar \u00e4lteren Herren, Parrot und Passarge (dem bekannten \u00dcbersetzer norwegischer Literatur) , und diese gaben mir eine Visitenkarte von Freunden in M\u00fcnchen. <\/b><\/p><p><b>Der Schnellzug, mit dem ich von Hamburg \u00fcber Hannover-Kassel-W\u00fcrzburg-M\u00fcnchen reiste, entgleiste in der Nacht zwischen Harburg und Hannover, so dass wir viel Versp\u00e4tung hatten. Nur die Lokomotive und der letzte Waggon, in welchem ich sa\u00df, blieben auf den Schienen. Gr\u00f6\u00dferer Schaden war ansonsten nicht entstanden, also kam man mit dem Schrecken davon. Am n\u00e4chsten Abend um 10 Uhr kamen wir nach M\u00fcnchen, wo ich nach Erland &amp; Tanbergs Rat das Hotel Schweizerhof in der Louisen Stra\u00dfe nahm. <\/b><\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-560cd6b elementor-widget-divider--view-line elementor-widget elementor-widget-divider\" data-id=\"560cd6b\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"divider.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-divider\">\n\t\t\t<span class=\"elementor-divider-separator\">\n\t\t\t\t\t\t<\/span>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-a287e3f elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"a287e3f\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p><b>Ich habe vergessen zu berichten, dass ich im Winter 1871\/72 bei Pfarrer Dopp zur Konfirmation in der Alten Aker Kirche (Gamle Aker Kirke) ging. Er war ein Jugendfreund von Vater und Mutter, die er immer mit Vornamen ansprach, wenn sie zusammen waren: William und Christiane. Er war ein liebensw\u00fcrdiger alter Mann, und damals war er noch nicht so tr\u00e4ge, wie er sp\u00e4ter wurde. Die Konfirmation war im April 1872. Ich erinnere mich, dass in der Nacht vor diesem Tag die Brauerei Frydenlunds brannte. Es war ein gro\u00dfes Feuerwerk direkt vor unseren Fenstern. \u00dcber den alten Dopp erz\u00e4hlte man sp\u00e4ter, als er \u00e4lter und tr\u00e4ge wurde, dass er versehentlich bei einer Eheschlie\u00dfung so begann:, &#8220;Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun&#8221;. Als er nach Hause kam und seine Frau zu ihm sagte: &#8220;Nein, aber Dopp, wie konntest du so etwas sagen?\u201c antwortete er: &#8220;Ja, als ich die Eheschlie\u00dfung lesen wollte, dachte ich: sag blo\u00df nicht so etwas jetzt, und von den Paaren her k\u00f6nnte es ganz gut passen!\u201c.<\/b><\/p><p><b>Ein paar Jahre sp\u00e4ter nahm er seinen Abschied. Ich war von diesem g\u00fctigen alten, ehrw\u00fcrdigen Geistlichen sehr angetan und war immer gl\u00fccklich, wenn er und seine Frau bei uns waren oder wir bei ihnen, denn die Freundschaft mit Vater und Mutter w\u00e4hrte ein Leben lang.<\/b><\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-356f00a4 elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"356f00a4\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-50 elementor-top-column elementor-element elementor-element-8aced89\" data-id=\"8aced89\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap 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Einige von ihnen blieben jedoch und es wurden neue angeheuert f\u00fcr die, die an Land gingen. 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