{"id":1833,"date":"2019-06-24T18:04:33","date_gmt":"2019-06-24T18:04:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kitzigs.de\/knudsen\/?page_id=1833"},"modified":"2020-09-17T20:30:45","modified_gmt":"2020-09-17T20:30:45","slug":"in-sondeled-und-risor-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.kitzigs.de\/knudsen\/?page_id=1833","title":{"rendered":"In S\u00f8ndeled und Ris\u00f8r 2"},"content":{"rendered":"\t\t<div data-elementor-type=\"wp-post\" data-elementor-id=\"1833\" class=\"elementor elementor-1833\">\n\t\t\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-2c4312dd elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"2c4312dd\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-e6196eb\" data-id=\"e6196eb\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-72d6b987 elementor-widget elementor-widget-spacer\" data-id=\"72d6b987\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"spacer.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-spacer\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-spacer-inner\"><\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-311076e4 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"311076e4\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p>Im Juni k\u00fcndigte uns die Witwe, unsere Gastgeberin, pl\u00f6tzlich. Ich glaube, der Grund war, dass sie gehofft hatte, ich k\u00f6nnte sie bei einem Prozess unterst\u00fctzen, den sie mit ihrem Nachbarn wegen der Apatitgrube hatte, auf welche sie auch &#8220;Apetit&#8221; hatte. Es lag n\u00e4mlich direkt an der Grundst\u00fccksgrenze. Als sie den Prozess verlor, wirkte es sich auf uns aus, und ich musste nach einer neuen Wohnung suchen. Wir fanden eine auf dem Hof Dale am oberen Ende des langen \u201eDalsvand&#8221; (Dalsvann), der sich von &#8220;Raansagen&#8221; am S\u00f8ndeledfjord \u00fcber eine halbe Meile ins Land erstreckte. Von hier mussten wir eine 3\/4 Stunde zu Fu\u00df durch den Wald zur Eisenh\u00fctte Egeland laufen. Es war ziemlich unbequem hier zu leben, und so beschlossen wir, im Herbst nach Ris\u00f8r zu ziehen.<\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-69f9332 elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"69f9332\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-664d671\" data-id=\"664d671\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-9b4a170 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"9b4a170\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p>Im Sommer hatten wir hier Besuch von Birgit und Signe Heiberg, die zu dieser Zeit 12 und 11 Jahre alt waren, und es war eine gro\u00dfe Freude, als wir alle vier zusammen schwammen, denn es wurde nat\u00fcrlich viel Spa\u00df gemacht, besonders als Mutter schwimmen lernen sollte. Sie schwamm n\u00e4mlich wie ein Stein.<br \/>Wir machten Ausfl\u00fcge an die vielen Seen, die sich hintereinander bis an den Rand von Krager\u00f8 erstreckten. Es waren hier rein idyllische Partien mit einer Vegetation, die einen in Erstaunen versetzte, so lebhaft, ja \u00fcppig war sie, und die man nicht erwartet zu finden, wenn man vom K\u00fcstendampfer aus die nackten Klippen entlang der K\u00fcste sieht, die doch so nah war.<\/p><figure id=\"attachment_1865\" aria-describedby=\"caption-attachment-1865\" style=\"width: 638px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1865 size-large\" src=\"http:\/\/www.kitzigs.de\/knudsen\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/marie_1881-638x1024.jpeg\" alt=\"\" width=\"638\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/www.kitzigs.de\/knudsen\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/marie_1881-638x1024.jpeg 638w, https:\/\/www.kitzigs.de\/knudsen\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/marie_1881-187x300.jpeg 187w, https:\/\/www.kitzigs.de\/knudsen\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/marie_1881-768x1232.jpeg 768w, https:\/\/www.kitzigs.de\/knudsen\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/marie_1881.jpeg 798w\" sizes=\"(max-width: 638px) 100vw, 638px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1865\" class=\"wp-caption-text\">Maria Knudsen geb. Rode; Sommer 1881 in Risor<\/figcaption><\/figure><p>Abends waren wir oft am Dalsvannet und haben Forellen gefischt. Ich ruderte und Mutter hielt das eine Ende der Schnur fest, w\u00e4hrend das andere Ende in einer sogenannten &#8220;Flunder&#8221; steckte, die wie ein schmales Boot mit einem Bleikiel aussah, so dass sie am Rand stand und dem Boot quer dazu folgte. An der Leine befand sich etwa alle zwei Meter ein Haken mit einer Fliege oder Made. Mutter war sehr gut darin, mit diesem zu Fischen. Ich versuchte es auch mit einem Kunstk\u00f6der, was aber weniger gut gelang.<\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-8f2f60f elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"8f2f60f\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-80157ac\" data-id=\"80157ac\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-f67cb7f elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"f67cb7f\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p>Noch bevor wir nach Dale gezogen sind, unternahm ich mit Mutter eine Reise nach Kristiania. Ich war mit den Herren Olsen und Radsmann unterwegs, um die alte Kupfergrube Aataasen bei Otta im Gudbrandsdalen zu besichtigen. Zu dieser Zeit gab es keine Eisenbahn weiter als bis nach Eidsvold. Von hier ging es per Dampfschiff nach Lillehammer, und von hier mit Pferdekutsche das Tal hinauf. Nat\u00fcrlich gab es dort nichts zu sehen oder zu tun, es war also kaum eine Vergn\u00fcgungsreise. Auf der R\u00fcckfahrt sollte ich ein Kaolin-Vorkommen in &#8220;Skreia&#8221; besichtigen. Diese Exkursion habe ich alleine gemacht, w\u00e4hrend die anderen beiden direkt zur\u00fcck reisten. Das Vorkommen war auch nicht so, dass ich empfehlen k\u00f6nnte, sich mit ihm zu befassen, da das Kaolin so viel Eisen enthielt, dass es nur einen geringen Wert hatte.<\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-6dc9706 elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"6dc9706\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-b62482b\" data-id=\"b62482b\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-5fb9f10 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"5fb9f10\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p>Mutter war zu der Zeit, w\u00e4hrend ich unterwegs war, bei meinen Eltern und begr\u00fc\u00dfte Familie und Freunde. In der Johannisnacht (Sankthansaften) fuhren wir wieder nach Ris\u00f8r. Das Dampfschiff fuhr um 11 Uhr abends von Kristiania. Es war bew\u00f6lkt, aber gutes Wetter, und die vielen St. Hans-Feuer, die den gesamten Fjord beleuchteten, sahen pr\u00e4chtig aus in der dunklen Sommernacht. Wir blieben an Deck, bis wir vor dem Leuchtturm von Steilene waren.<br \/>Am n\u00e4chsten Tag waren wir zur Mittagszeit in Ris\u00f8r. Ende September zogen wir von Dale nach Ris\u00f8r, wo wir eine Wohnung bei einem Fr\u00e4ulein Steenfeldt bekommen hatten, die einen Hof neben dem Krankenhaus am Teich hatte. Wir hatten den gesamten ersten Stock, der aus drei Zimmern und K\u00fcche samt Entre bestand. Au\u00dferdem hatte ich ein Zimmer im Erdgeschoss als B\u00fcro.<\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-4398609 elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"4398609\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-f73afca\" data-id=\"f73afca\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-0b3c157 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"0b3c157\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p>Der Umzug selbst war sehr umst\u00e4ndlich, da zuerst alles mit einer F\u00e4hre den Dalsvannet-See hinunter musste, dann ca. 200 Meter \u00fcber Land zum Fjord, und dann auf einen Kahn verladen werden musste, den das Dampfschiff auf seiner R\u00fcckfahrt nach Ris\u00f8r schleppte. Es w\u00e4re ja gut gegangen, h\u00e4tte sich das Wetter gut gehalten, aber als wir in Dale aufluden, begann es zu nieseln, und hielt den ganzen Tag an, manchmal sogar ordentliche Regenschauer. Wir haben alles so gut wie m\u00f6glich mit Planen abgedeckt, aber w\u00e4hrend der Umladungen war es unvermeidlich, dass vieles nass wurde. Ich hatte acht meiner besten Arbeiter mitgenommen, um bei dem Umzug zu helfen, und mehr Ramponieren, als dass die Politur an den M\u00f6beln etwas litt, gab es gl\u00fccklicherweise nicht. Mutter rieb und rieb zusammen mit Marthe, bis sie wieder h\u00fcbsch und gl\u00e4nzend waren.<br \/>Ich muss wohl nicht extra sagen, dass Mutter sofort alle Herzen eroberte, sowohl die der Damen als auch der Herren, und wir wurden sehr freundlich, ja herzlich von den Familien um uns herum aufgenommen. Vor allem muss ich Postmeister Saxild und Frau, und Pastor Hermann Lunde und Frau erw\u00e4hnen. Lunde war gerade aus Paris nach Ris\u00f8r gekommen, wo er mehrere Jahre Pastor der norwegisch-d\u00e4nischen Gemeinde war. Er war ein Mann mit vielen k\u00fcnstlerischen Interessen, hochbegabt und sehr musikalisch. Seine Frau war eine \u00e4ltere Schwester meiner Freundin Frau Agathe Backer-Gr\u00f8ndahl, und ebenso in Berlin zur Pianistin und S\u00e4ngerin ausgebildet, und sang hervorragend. Es ist daher kein Wunder, dass wir sehr enge Freunde wurden. Ich sang bald Duette mit Lunde, bald mit seiner Frau, und Mutter und sie spielten vierh\u00e4ndig zusammen.<\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-9adb0b1 elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"9adb0b1\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-4182e2e\" data-id=\"4182e2e\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-9428209 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"9428209\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p>Sie interessierten sich sehr f\u00fcr meine Kompositionen und nannten mich im Scherz &#8220;unseren Schumann&#8221;. Die Lundes ermutigten mich, einen gemischten Chor zu gr\u00fcnden und die Anleitung zu \u00fcbernehmen, was ich auch tat. Es waren alles Mitglieder der besten Familien der Stadt, also auch aus gesellschaftlicher Sicht sehr angenehme Treffen. Soweit ich mich erinnere, waren wir neben Mutter und mir zw\u00f6lf Personen, sechs Damen und sechs Herren. Mutter begleitete. Schulleiter Grung kam eines Tages und bat mich, den Gesangsunterricht an der Mittelschule zu \u00fcbernehmen, was ich auch tat, da das Einkommen gut war. Ich bekam auch die Kinder dazu, ziemlich gut zusammen zu singen, so dass ich nach der Jahresfeier viele Komplimente von den Eltern bekam.<br \/>Einige der Damen und Herren, die in meinem Chor waren, nahmen auch Gesangsunterricht bei mir. Ich habe schon einmal erz\u00e4hlt, dass ich in Freiberg Gesangsunterricht bei Kantor Eckhardt, und sp\u00e4ter bei O.A. Gr\u00f8ndahl in Kristiania hatte, so dass ich schon ziemlich viel konnte, und ich hatte mit Applaus \u00f6ffentlich gesungen. Fr\u00e4ulein Tandberg, die Tochter des Bezirksarztes, hatte eine absolut gro\u00dfartige Altstimme, mit der es eine Freude war zu arbeiten, aber Frau Prebensen, geborene Smith, machte mir mehr Schwierigkeiten, da sie Schwierigkeiten hatte, den Ton &#8220;sauber&#8221; zu treffen. Es zitterte immer ein wenig daneben. \u00dcbrigens habe ich es geschafft, sie, da sie sehr flei\u00dfig war, in k\u00fcrzerer Zeit als erwartet dazu zu bringen, die T\u00f6ne sauber zu treffen, indem ich sie nur Vokalisen und Lieder (ohne Text) staccato singen lie\u00df. Es klang ja oft ein bisschen komisch, aber es stellte sich als probat heraus.<\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-afef05e elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"afef05e\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-6f7e6d3\" data-id=\"6f7e6d3\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-7666a56 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"7666a56\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p>Da unsere Feldspat-Gruben \u00fcber einen gro\u00dfen Bezirk verstreut waren, war ich sehr viel unterwegs, arrangierte mich aber so, dass ich abends, so weit m\u00f6glich, nach Hause kam, und da ich nicht immer die Boots\u00fcberfahrt ohne unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig hohe Bezahlung bekommen konnte, erwarb ich eine Snekke von Arendal mit Segel dazu, und brauchte dann keinen F\u00e4hrmann, denn Wind gab es meist genug f\u00fcr das leichte Schiff mit den gro\u00dfen Segeln.<\/p><p>Weihnachten r\u00fcckte n\u00e4her, und wir sahen mit Spannung der nahen Zukunft entgegen, da wir unser erstes Kind erwarteten. Kurz vor Weihnachten kam Herr Radmann nach Ris\u00f8r, um dort Weihnachten zu verbringen, und er war viel bei uns. Er war sehr nett, und f\u00fcr mich war es sicher eine tolle Empfehlung bei ihm, dass ich eine deutsche Frau hatte.<\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-862fba9 elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"862fba9\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-b7898dc\" data-id=\"b7898dc\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-d3de23c elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"d3de23c\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p>Er war an Heiligabend bei uns und schenkte Mutter ein h\u00fcbsches &#8220;Fichu&#8221; (Damenhalstuch aus leichtem Stoff), und mir einen Brief mit der Mitteilung \u00fcber einen Gehaltszuschlag von 400 Kronen. Derjenige, der gl\u00fccklich war, war ich. Am dritten Weihnachtstag ging es Mutter schlecht, und um halb ein Uhr abends kam unsere liebe Tochter Sigrid auf die Welt.<br \/>Unsere Bekannten k\u00fcmmerten sich r\u00fchrend um Mutter, und sandten uns soviel Essen, dass wir damit Gesellschaft halten konnten. Als Mutter sich daran krank gegessen hatte, konnte ich auch probieren, obwohl ich mich nicht wie Priester F\u00f8hnhus in Sulitjelma ins Bett legte, wenn die Frau krank war, um ihr Gesellschaft zu leisten.<\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-efe0d52 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"efe0d52\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<figure id=\"attachment_2432\" aria-describedby=\"caption-attachment-2432\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption alignright\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-2432 size-large\" src=\"http:\/\/www.kitzigs.de\/knudsen\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/risor1880-e1600373505933-1024x769.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"769\" srcset=\"https:\/\/www.kitzigs.de\/knudsen\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/risor1880-e1600373505933-1024x769.jpg 1024w, https:\/\/www.kitzigs.de\/knudsen\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/risor1880-e1600373505933-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.kitzigs.de\/knudsen\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/risor1880-e1600373505933-768x577.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2432\" class=\"wp-caption-text\">Risor in den 1880 Jahren<\/figcaption><\/figure><p>An Weihnachten gab es verschiedene Gesellschaften, zu denen wir eingeladen waren, aber ich musste also alleine gehen. Bei einer gro\u00dfen Gesellschaft in Prebensen, zu der alle Ehrenb\u00fcrger der Stadt eingeladen wurden, auch Radsmann und ich, ist etwas passiert, was ich erz\u00e4hlen muss, da es eine einzigartige &#8220;Leistung&#8221; war. Nach dem Empfang und bevor der Tanz begann, wurden Frau Lunde und ich dazu aufgefordert, zu singen, was wir auch taten, sowohl Solo als auch Duett. Als wir fertig waren, kam Radsmann zu uns und fragte, ob er auch eine Nummer singen d\u00fcrfe, wozu ich bemerkte, dass wir von unserer Seite nat\u00fcrlich nichts dagegen hatten.<br \/>Hier muss ich sagen, dass Radsmann eine der sch\u00f6nsten Tenorstimmen hatte, die ich je geh\u00f6rt habe, die mit erstaunlicher Leichtigkeit das hohe C nahm, aber er war absolut unmusikalisch, und obwohl er Unterricht genommen hatte, konnte er ein Lied nur in der Tonart und der H\u00f6he, in der er es gelernt hatte, singen. Es war eine seltsame Sache. Radmann war von seiner Stimme und seinem Gesang sehr \u00fcberzeugt. Frau Lunde erkl\u00e4rte sich bereit zu begleiten, und Radsmann entschied sich f\u00fcr &#8220;J\u00e4ger&#8217;s Nadellied&#8221; von Schubert. Ohne darauf zu warten, dass Frau Lunde den Ton angibt, stimmte er einen halben Ton zu hoch f\u00fcr die Stimmung des Klaviers an. Jetzt h\u00e4tte sich ja jeder normale musikalische Mensch nach dem Klavier gerichtet, aber dieses schien Radsmann nicht zu h\u00f6ren. Er sang ganz ruhig das ganze Lied zu Ende in Es Dur, und Frau Lunde begleitete in D-Dur. Es war schrecklich, und einer nach dem anderen verschwand aus dem Raum, einschlie\u00dflich mir. Ich habe seitdem versucht, es aus Spa\u00df nachzumachen, aber es ist unglaublich schwierig und ich habe es nur mit gro\u00dfer Genauigkeit geschafft, es umzusetzen. Radmann war sehr entt\u00e4uscht dar\u00fcber, kein Lob f\u00fcr seinen Gesang zu erhalten.<\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-b5256bd elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"b5256bd\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-5062f9b\" data-id=\"5062f9b\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-0c3b71d elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"0c3b71d\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p>Im Laufe des Winters hat uns der Cousin meiner Mutter, Zollbeamter Carl Blom, in Tvedestrand besucht. Er war ein paar Tage bei uns, ein liebensw\u00fcrdiger und netter Mann, sehr musikalisch, spielte gut Geige und improvisierte wunderbar am Klavier. Es gab viel zu tun im Winter, denn alles was an Feldspat, Apatit und Rutil gef\u00f6rdert worden war, sollte im Schnee zum Verladeplatz am Meer gebracht werden. Die meisten Betriebsst\u00e4tten lagen ja so, dass man nur auf Winterwegen transportieren konnte. So sa\u00df ich mindestens vier Tage in der Woche im Schlitten und fuhr an Land und Strand herum. ich besuchte auch Carl Blom in Tvedestrand. Einmal folgte ich Abraham Haslund nach Arendal, wo er seinen Bruder, den Apotheker, besuchen wollte, und verbrachte dort ein paar lustige Tage.<\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-83960b1 elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"83960b1\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-21150ef\" data-id=\"21150ef\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-1a44de0 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"1a44de0\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\nZu dieser Zeit trug ich einen gro\u00dfen Vollbart, den ich dann jedoch am Kinn rasierte. So bekam ich ein Gesicht wie Kaiser Wilhelm I. Als ich nach Hause kam und Mutter die T\u00fcr \u00f6ffnete, starrte sie den unbekannten Mann zuerst an und fing dann an zu weinen. da sie mich so unglaublich h\u00e4sslich mit so einem Bart fand. Also lie\u00df ich den Bart ruhig wieder wachsen, und bald war der Schaden behoben. Im Sommer 1882 besuchten uns Schwager Bertram und Martha Mielck. Sie waren ungef\u00e4hr acht Tage bei uns, und wir zogen umher und besahen die sch\u00f6ne Umgebung, teils an Land, teils zu Wasser.\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-243b86f elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"243b86f\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-f34af22\" data-id=\"f34af22\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-23d8a5e elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"23d8a5e\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p>In den Ferien hatten wir auch Besuche von meiner Nichte Gudrun Heiberg, einem h\u00fcbschen jungen M\u00e4dchen, das alle Herzen eroberte. Sie k\u00fcmmerte sich r\u00fchrend um Sigrid, die schnell wuchs und gro\u00df und kr\u00e4ftig war. In den Sommerferien kam das K\u00fcnstlerpaar Lewy auf Tournee nach Ris\u00f8r. Er war ein ausgezeichneter Komiker, und die Frau war eine in ganz Skandinavien bekannte, ausgezeichnete Schauspielerin und Ausbilderin. Sie gaben eine Abendvorstellung und baten Mutter und mich um Hilfe, ein wenig Abwechslung in das Programm zu bringen, und wir versprachen es. Mutter spielte vierh\u00e4ndig mit Fr\u00e4ulein Schlytter und ich sang ein paar Lieder. Als ich &#8220;Der Wanderer&#8221; von Schubert als letzte Nummer sang, sah ich, wie sich die T\u00fcr zum K\u00fcnstlerzimmer ein wenig \u00f6ffnet und Frau Lewy in der \u00d6ffnung steht und mit gespanntem Gesichtsausdruck zuh\u00f6rt, und als ich fertig war und vom Podium ins K\u00fcnstlerzimmer ging, stand sie dort mit Tr\u00e4nen in den Augen und fiel mir, ohne ein Wort zu sagen, um den Hals und sch\u00fcttelte mich. Ich muss also gut gesungen haben, wenn sie so ergriffen wurde. Es war ein k\u00fcnstlerischer Triumph, auf den ich sehr stolz war, mehr als auf den Applaus von Seite des Publikums.<\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-35fa2bb elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"35fa2bb\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-d7c8218\" data-id=\"d7c8218\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-0f4ebbd elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"0f4ebbd\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p>Eines Tages fragte Prebensen, ob ich mit ihm nach Tvedestrand segeln wolle. Seine Frau besuchte dort ihre Eltern, da der alte Fritz Smith krank war. Ich war bereit, und so reisten wir am n\u00e4chsten Morgen, es war ein Sonntag, bei herrlichem Wetter ab und kamen gegen Mittag nach Smiths\u2019 Anwesen au\u00dferhalb von Tvedestrand. Ich sa\u00df am Ruder und legte mit voll gesetztem Segel elegant am Pier an, indem ich das Fock r\u00fcckw\u00e4rts setzte (???), was Prebensen dazu brachte, auszurufen: \u201cNun, sie k\u00f6nnen segeln, wie ich sehe!&#8221; Smith\u2019s Zustand hatte sich jedoch verschlechtert, und er war nach Tvedestrand gebracht worden, und die ganze Familie folgte ihm, da sein Zustand beunruhigend war. Prebensen ruderte daher sofort an Land und bat mich, den Kutter wieder nach Hause zu segeln, da er unter diesen Umst\u00e4nden m\u00f6glicherweise einige Tage dort bleiben m\u00fcsse, und nach dem Mittagessen segelten der Bootsmann und ich wieder nach Ris\u00f8r. Smith starb einige Tage sp\u00e4ter.<\/p><p>Im Sommer hatte Radmann einige gro\u00dfe Feldspat-Vorkommen in Bohusl\u00e4n erworben, und uns darauf vorbereitet, dass wir dorthin umziehen mussten. Es war wenig einladend, dar\u00fcber nachzudenken. Dann sehe ich eines Tages eine Anzeige im Morgenbladet, dass ein Bergingenieur f\u00fcr das Kupferwerk in Vigsn\u00e6s (Vigsn\u00e6s Kobberv\u00e6rk) gesucht wird. Ich setzte mich und schrieb sofort eine Bewerbung und reichte mein Foto und meine Zeugnisse, sowohl von der Hochschule sowie von den Positionen, die ich inne hatte, ein. Ebenso bat ich Radmann um ein Attest, das er mir freundlicherweise aush\u00e4ndigte, und welches damit endet, dass er es sehr bedauern w\u00fcrde, mich zu verlieren.<\/p><p>Ich war der zweitj\u00fcngste von acht Bewerbern, hatte aber das Gl\u00fcck, die Stelle zu bekommen, die sp\u00e4testens bis zum 1. Oktober angetreten werden sollte. Derjenige, der gl\u00fccklich war, war ich; denn der Lohn war viel besser als bisher, und Vigsn\u00e6s Verk war zu dieser Zeit das gr\u00f6\u00dfte Bergwerk des Landes. Das war mir auch deshalb wichtig, weil ich meinem Vater und meiner Mutter jetzt besser helfen konnte, die wir Kinder jetzt, da Vater aufgrund seiner Krankheit und Schw\u00e4che in den letzten Jahren nichts mehr verdienen konnte, in den letzten Jahren finanziell ausgehalten hatten.<br \/>Ja, es ist traurig, Vater jetzt zu sehen. Der einst so stolze, gutaussehende Mann sa\u00df zusammengesunken in einem Sessel, ziemlich hilflos und stumpf. Der Sto\u00df, den er bei der Havarie in Kallebodstrand am Kopf erlitten hatte, machte sich jetzt in Besorgnis erregendem Ma\u00dfe bemerkbar, und man konnte sich nur w\u00fcnschen, dass er bald sterbe, aber er hielt ein weiteres volles Jahr durch, armer Mann. In seinen helleren Momenten war er verzweifelt dar\u00fcber, dass er Mutter eine so gro\u00dfe Last war, weinte und bat zu Gott, sterben zu k\u00f6nnen. Ich war auf einen kurzen Besuch in Kristiania bevor wir umzogen, und sah ihn da das letzte Mal. Er freute sich dar\u00fcber, dass ich zu dem gro\u00dfen Bergwerk kommen sollte.<br \/>Bei Schwester Susanna waren die Umst\u00e4nde auch traurig, denn Schwager Fridthjof hatte in hohem Ma\u00dfe Schwindsucht bekommen, und es war nur eine Frage der Zeit, wie lange er leben konnte. Gab es auf der einen Seite Freude, dann gab es auf der anderen Seite genug Trauer. Schwager Herman Warloe hatte eine Stelle als Disponent f\u00fcr eine gro\u00dfe englische Holzfirma angenommen, die in Jemtland in Nordschweden gro\u00dfe W\u00e4lder und S\u00e4gewerke hatte, und war dorthin gezogen.<br \/>Dann war es an der Zeit, erneut an einen Umzug zu denken, aber da der Posten, den ich bei Vigsn\u00e6s Verk erhalten hatte, die Leitung einer Filialgrube bei Alfevaag in Bremn\u00e6s war, und das Haus dort noch nicht fertiggestellt war, mussten Mutter und Sigrid eine Weile in Ris\u00f8r bleiben, und ich w\u00e4hrend der letzten Septembertage alleine \u00fcber Haugesund nach Vigsn\u00e6s fahren, um mich beim Direktor, einem Belgier namens Emile Houdret anzumelden.<br \/>Ich wurde sehr freundlich aufgenommen, und da sich der Direktor erst einige Tage sp\u00e4ter um mich k\u00fcmmern, und mir Alfsvaag vorstellen konnte, so besah ich mir zun\u00e4chst alle Anlagen in Vigsn\u00e6s, und fuhr in die Grube mit Bergbauingenieur Sous-Direktor Bouilly, einem Franzosen aus der Bretagne, ein alter Herr von \u00fcber 60 Jahren. Es gefiel ihm, dass ich direkt am ersten Tag mit ihm gefahren war, und ich glaube, er war es, der es im Dezember bei der Generaldirektion veranlie\u00df, dass ich von Alfsvaag nach Vigsn\u00e6s versetzt wurde. Die Position, die ich in Vigsn\u00e6s bekam, war zuerst f\u00fcr einen Belgier vorgesehen, Wellem, aber er kam stattdessen nach Alfsvaag und froh war ich, weil Alfsvaag furchtbar trist auf der Westseite der Insel Bremnes lag und ziemlich einsam und weit weg von Menschen und dem Dampfschiffhalteplatz.<\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-2fd615d elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"2fd615d\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-c2c0575\" data-id=\"c2c0575\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-9adfbee elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"9adfbee\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<figure id=\"attachment_1996\" aria-describedby=\"caption-attachment-1996\" style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1996\" src=\"http:\/\/www.kitzigs.de\/knudsen\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/anfindsen_jung-210x300.jpeg\" alt=\"\" width=\"210\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.kitzigs.de\/knudsen\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/anfindsen_jung-210x300.jpeg 210w, https:\/\/www.kitzigs.de\/knudsen\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/anfindsen_jung.jpeg 539w\" sizes=\"(max-width: 210px) 100vw, 210px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1996\" class=\"wp-caption-text\">Anfindsen<\/figcaption><\/figure><p>Direktor Houdret, ich und Anfindsen, der damals Zeichner des B\u00fcros war, fuhren einen Tag lang mit dem Boot des Werkes &#8220;Kvik&#8221; den \u201eH\u00fcgel\u201c hinauf nach Hisken, wo wir bei dem Landh\u00e4ndler J\u00f8rgensen einzogen, der einen gro\u00dfen Landhandel hatte und R\u00e4ucherhering aus seiner gro\u00dfen, modernen R\u00e4ucherei exportierte. Am n\u00e4chsten Tag ruderten wir nach Alfsvaag, das ungef\u00e4hr eine halbe Meile n\u00f6rdlich lag, und am Abend zur\u00fcck. Direktor Houdret und Anfindsen fuhren mit dem Dampfschiff zur\u00fcck, w\u00e4hrend ich &#8220;Kvik&#8221; mit den beiden Matrosen Emanuel und Thorbj\u00f8rn dort oben behielt, um es als Logis-Schiff in Alfsvaag zu nutzen. Emanuel, der ein alter Seemann war, war ein guter Koch und konnte alle Arten von gutem Essen zubereiten, etwas, was er in seinen Tagen als Koch und Steward gelernt hatte.<br \/>Bei der Grube in Alfsvaag hatte man begonnen, einen Schacht abzusenken, und die Aufzugsmaschine und der Dampfkessel waren in Bergen bestellt. Da sich die Lieferung verz\u00f6gerte, fuhr ich nach Bergen, um die Arbeit zu beschleunigen. Ich zog ins Hotel Bergen, und wen sollte ich hier treffen: Luttemanns schwedisches Studentenquartett, das ich aus Freiberg kannte. Sie gaben damals das Konzert in Bergen, und ich wurde mit ihnen in den drei Tagen, in denen ich in Bergen war, zu einigen Gesellschaften eingeladen. Wir hatten n\u00e4mlich nur ein Linienboot zweimal in der Woche auf der Westseite von Bremn\u00e6s und B\u00f8mmel\u00f8en.<br \/>Als es weiter auf den Herbst zuging, wurde es ein bisschen zu kalt, an Bord des Bootes zu wohnen, also schickte ich es nach Vigsn\u00e6s und lebte auf Hisken. Ich baute eine Unterkunft f\u00fcr den Leiter, das B\u00fcrogeb\u00e4ude, das Arbeitergeb\u00e4ude und das Schachthaus mit einer Scheidestube, und die Arbeit ging ziemlich schnell voran, und wir gewannen nicht gerade wenig Schmelzerz an der Schachtabsenkung und den Gruben, die in diesem Gebiet betrieben wurden.<br \/>Abends war ich oft an den kleinen Seen in der N\u00e4he auf Entenjagd. Nach der Konferenz mit dem Direktorat wurde dann bestimmt, dass ich meine Familie holen konnte, die in Vigsn\u00e6s bleiben konnte, bis die Unterkunft f\u00fcr den Leiter in Alfsvaag fertig war. Also bin ich im Dezember nach Ris\u00f8r gereist, um umzuziehen, und beim Verpacken und Umziehen hat alles gut geklappt. Unser Dienstm\u00e4dchen, Nicoline, hatte beschlossen, uns zu folgen, und war noch zwei Jahre bei uns in Vigsn\u00e6s. Auf der Reise von Ris\u00f8r nach Haugesund hatten wir ordentlich Seegang, so dass es sowohl Mutter als auch Nicoline schlecht ging, und ich musste auf die kleine Sigrid aufpassen und sie beruhigen, Flasche geben und sie trocknen. Naja, das ging auch gut.<br \/>Damit war unser Aufenthalt in Ris\u00f8r zu Ende, der immer eine gute Erinnerung sein wird, und f\u00fcr mich ein Beweis daf\u00fcr, dass auch wenn wir nicht so viel zum Leben hatten, sondern sparen mussten, wo gespart werden konnte, man es gut haben und gl\u00fccklich sein kann, wenn man selbst alle Lichtblicke heraus suchen will, und dankbar f\u00fcr das ist, was man hat, und nicht mit neidischem Blick zu sehen, dass andere mehr haben.<br \/>Schlie\u00dfen noch ein paar geologischen Bemerkungen und Beobachtungen, die ich an verschiedenen Feldspatvorkommen gemacht habe. Am Bruch in Sundsdalen hatten wir einen gro\u00dfen Gang, in dem wir Feldspat gewonnen haben. Dieser Gang ging steil durch ein Gneis-Massiv. In der Mitte des Ganges wurde reines Orthoklas ausgeschieden, ohne Quarz oder Glimmer von gr\u00f6\u00dferer Bedeutung. Der Inhalt des Ganges an diesen beiden letzteren Mineralien stieg allm\u00e4hlich in Richtung der Grenzfl\u00e4chen des Ganges, und auf den letzten Metern erschien der Gang nur als grobk\u00f6rniger Granit. Ich kam zu dem Schluss, dass die Temperaturbedingungen w\u00e4hrend der Eruption des Ganges die Konzentration von Orthoklas in der Mitte verursacht haben mussten, wo die Abk\u00fchlung vom umgebenden Gestein langsamer gewesen war, w\u00e4hrend der Granitcharakter des Gangmaterials beibehalten wurde, wo die Abk\u00fchlung schnell gewesen war. \u00c4hnliches habe ich auch in Naestesvaag beobachtet, wo der Feldspathbruch in der Mitte eines gr\u00f6\u00dferen Granitmassivs lag, und bei Rud, wo wir in einem Bruch auf einen gro\u00dfen orthoklastischen Kristall stie\u00dfen, aus dem wir 120 Bergtonnen, d.h. 30 Kubikmeter Orthoklas gewannen. Als dieser Kristall abgebaut war, standen seine Grenzen scharf abgezeichnet, und mit d\u00fcnnen Schichten Glimmer bedeckt, als merkw\u00fcrdiges Negativ der hexagonalen S\u00e4ule des Feldspats. Ich habe noch nie so etwas Seltsames gesehen, weder davor noch sp\u00e4ter.<\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-74f6f6aa elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"74f6f6aa\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-50 elementor-top-column elementor-element elementor-element-72cbd923\" data-id=\"72cbd923\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-1f56d3be elementor-align-left elementor-widget elementor-widget-button\" data-id=\"1f56d3be\" 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