Der Hafen in Risor in den 1880 Jahren
Der Winter 1880/81 war außergewöhnlich kalt, so dass der Fjord im Inneren von Risør gefroren war und befahren werden konnte. Als der Januar kam, kam Meereis hinzu, das schließlich das gesamte Kattegat und den inneren Teil von Skagerak bedeckte. Viele Schiffe, sowohl Segler als auch Dampfschiffe, wurden im Eis eingeschlossen, so dass Expeditionen mit Proviant zu ihnen hinausfahren mussten, um sie zu retten. Es war keine leichte Sache, da das Eis ja mit der Strömung nach Westen trieb, und mit ihm die Schiffe. Ich erinnere mich, dass wir vom „Risørflekken” (ein Aussichtspunkt) aus eines Tages drei Dampfer hilflos weit draußen daliegen sahen, aber soweit ich mich erinnere, kamen alle mit dem Schrecken davon.
Der Distributor für “Norsk Grubekompani” hieß Jens Chr. Olsen, war Kaufmann und lebte in Moss. Er war ein Mann, aus dem man nicht klug wurde. Er gehörte der sogenannten “Wettergrensken Freikirche” an, die sehr streng war. Ähnlich wie die ehemaligen Haugianer, aber andererseits hatte ich während des Zusammenseins mit ihm Schwierigkeiten, den Eindruck einer aufrichtigen Religiösität zu bekommen, und es stellte sich später heraus, dass ich mit meiner Vermutung Recht hatte, denn ein halbes Jahr Zeit später, oder ein bisschen mehr, kam es aufgrund seiner Manipulationen dazu, dass seine deutschen Kompagnons, die Brüder Radmanns in Swinemünde, das gesamte Unternehmen übernahmen und Olsen ganz außen vor blieb. Ich konnte Olsen nie vertrauen, aber da er weit weg lebte und sich nicht in meine Arbeit einmischte, hatte ich keine Beschwerden mit ihm.
Der Betrieb bei Risør, oder besser gesagt in Søndeled, konzentrierte sich bei meiner Ankunft auf ein Apatitvorkommen auf dem Hof Søndeled innerst im Fjord. Darüber hinaus gab es kupferhaltigen Magnetkies in der Nähe des Eisenwerks Egeland und einige Feldspat-Vorkommen. Der ganze Betrieb stand noch am Anfang. Es stellte sich bald heraus, d.h. im Laufe von fünf-sechs Monaten, dass das Vorkommen von Apatit zu gering war, um mit Gewinn dort größeren Abbau zu betreiben, weshalb ich den Betrieb dort einstellte, und im Sommer auch den Betrieb der Magnetkies-Vorkommen aus dem selben Grund. Stattdessen wurde alle Kraft auf das Graben nach Feldspat gesetzt. Ich hatte nach und nach mehrere neue Vorkommen für das Unternehmen erworben. Sie waren auf der Strecke Tvedestrand – Kragerø verstreut, und oben in Gjerrestad (Gjerstad) hatten wir ein schönes Rutil-Vorkommen in Betrieb.
In der ersten Zeit war es ja das Beste für mich, in Søndeled zu wohnen, aber als im Herbst 1881 die Arbeitsstätten so verstreut wurden, war es natürlich, dass wir nach Risør zogen. Als ich im Januar 1881 nach Søndeled kam, wohnte ich zuerst bei einem Bauern namens Ole Guttormsen, wo ich Vollpension hatte. Sein Haus war neu und sehr leicht gebaut, deshalb war es furchtbar kalt, besonders in meinem Zimmer, wo nachts der Inhalt der Nachtmöbel zu Eis fror. Ich lag mit Mütze im Bett. Ich begann umgehend, mich um Logis zu kümmern, so dass Mutter und ich uns zum Wohnen niederlassen konnten, und hatte bald das Glück, zwei Zimmer und eine Bettnische im Obergeschoss bei einer Bauernwitwe zu bekommen, die das schönste und beste Haus dort hatte, ausgenommen Søndeled Hovedgaard, welcher dem alten Konsul Finne in Risør gehörte, und von seinem Schwiegersohn Amtsingenieur Grøn bewohnt wurde. Ich bestellte jetzt Möbel bei einem Schreiner in Risør für unsere kleine Wohnung, und Mitte Februar bat ich um 14 Tage Urlaub, um hinab zu reisen und meine Hochzeit abzuhalten.

Als die Antwort kam, fuhr ich am Donnerstag, den 24. Februar, nachmittags über Land nach Kristiansand, denn der Dampfschiffverkehr war wegen des Meereises eingestellt worden. Ich fuhr die ganze Nacht und den ganzen nächsten Tag und kam am späten Nachmittag in Kristiansand an. Es schneite den ganzen Weg, so dass die Wegverhältnisse schlecht waren und es langsam voran ging. Ich zog in Ernsts Hotel ein, und nachdem ich ein Steak mit Kartoffeln und einem halben Bier gegessen hatte, ging ich sofort totmüde ins Bett und schlief bis spät am Samstag Vormittag. Am Nachmittag kam das Bergener Gesellschaftsschiff „Lofoten“, welches die Strecke Hamburg-Bergen-Vadsø bediente, und mit dieser fuhr ich nach Süden. Am Sonntag war die Nordsee glatt wie ein Spiegel, auch keine Wellen, so dass alle Passagiere bei warmem Sonnenschein an Deck waren. Unter den Passagieren befand sich Dr.med. Nørregaard, der zuvor bei Vigsnæs Kupferwerk als Werksarzt tätig gewesen war, und nun eine Auslandsreise machen wollte, bevor er sich als Arzt in Haugesund niederließ. Er kam ursprünglich aus Drammen und kannte Schwester Elida und Susanna gut. Ich erinnerte mich auch an ihn, da ich ihn an der Lateinschule gesehen hatte, wo er in der oberste Klasse ging, als ich in den Unterklassen war. Wir hatten eine überaus gemütliche Reise.

Montagmorgen kamen wir nach Hamburg, wo mein Telegramm, dass ich unterwegs war und dass wir am Dienstag oder Mittwoch Hochzeiten haben mussten, die Schwiegermutter in Panik über die kurze Frist versetzte, aber es reichte. Ich wohnte auch diesmal beim alten „Papa Mielck“. Dienstag Abend war dann “Polterabend” bei Schwager Bertram und Athel. Anwesend waren der alte Onkel Fritz Rode, Onkel Emil Rode, beide mit ihren Frauen Tante Charlotte und Tante Mary, Papa Mielck mit seinen Töchtern, Dr. Wilhelm Mielck und Frau Fanny, Onkel Emil Chemmitz, Tante Julie Rode, Astheimer und Ottilie Astheimer, Tante Louise Lemmerich mit Sohn und Tochter (Gustav und Miethe-Maus) sowie alle Cousins ​​und Cousinen der Familien Rode. Es war sehr lustig, und es war nach Mitternacht, bevor wir uns trennten.

Die bürgerliche Trauung sollte um halb zehn im Standesamt stattfinden, und die kirchliche Hochzeit um ein Uhr in der Petrikirche, wo uns Cousin Fritz Rode, damals vierter Pastor, trauen sollte. Zum Standesamt folgten als Trauzeugen für Mutter: Schwager Bertram, und für mich: Papa Mielck. Bei der kirchlichen Trauung oder “Einsegnung” waren folgende Brautjungfern: Anna und Mariechen Mielck, Sofie Mielck, Miethe Lemmerich und Gie-Heneriette Rode, also alle Cousinen. Der kleine Johan Mielck hat Blumen für uns gestreut.

Nachdem wir auf dem Standesamt getraut worden waren, fuhren wir in die Apotheke nach Hohenfelde, wo wir zu Mittag aßen und uns für die kirchliche Hochzeit anzogen. Bei der ersten waren wir in Spaziertracht.

Als wir vom “Standesamt” nach Hause kamen, war Mutters Bruder Theodor aus Rheine gekommen, wo er damals den Betrieb des neuen Stahlwerks leitete, das er gebaut hatte. Hier habe ich zum ersten Mal seine Bekanntschaft gemacht.
Nach der kirchlichen Hochzeit waren wir einige Stunden bei Schwager Bertram und Athel und kleideten uns für die Reise an. Wir hatten die Rückreise nach Norwegen über Dänemark und Schweden mit der Eisenbahn nach Kristiania geplant, und fuhren mit dem Abendzug hinauf durch Holsten nach Rendsburg. Unterwegs erzählte uns ein Mitreisender, dass der Fährverkehr über den Großen Belt und den Øresund aufgrund von Meereis zum Stillstand gekommen sei, und Post und Passagiere nur auf Schlitten hinüber kommen könnten, und in Eisbooten die auf Schlitten gezogen wurden, und dass man nicht mehr als 30 Kilogramm Gepäck mitnehmen könne. Da wir ja mehrere große Koffer hatten, war es also unmöglich, auf diesem Weg weiter zu reisen. Also fuhren wir am nächsten Mittag nach Hamburg zurück, wo wir in das Hotel Kronprinz von Preußen an der Alster einzogen, und fuhren dann nach Hohenfelde, wo unsere Rückkehr Entsetzen weckte, und die Schwiegermutter dachte, ich hätte Mutter schon satt und brachte sie zurück! Sie beruhigte sich jedoch, als sie den Grund hörte, und dass wir nun mit dem Dampfschiff, mit dem ich gekommen war, nach Kristiansand und von dort über Land nach Søndeland reisen mussten. Das Dampfschiff “Lofoten” sollte erst am Samstagabend fahren, also hatten wir zwei Tage in Hamburg. Donnerstagabend hatten die Schwager Bertram und Theodor ein Treffen auf einen Schoppen in einem Gasthaus mit den Onkeln und Cousins in Hamburg vereinbart, und als ich der Aufforderung folgte, gab es ein “Hallo” bei meinem Erscheinen. Wir hatten einen sehr gemütlichen Abend, obwohl ich als Jungvermählter ständig vielen fragwürdigen Witzen und indiskreten Fragen ausgesetzt war, die ich lieber schweigend ignorierte.

Freitagabend waren Mutter und ich im Schauspielhaus und haben die Komödie “§ 6” gesehen. Es handelte von einen Ehevertrag und passte sehr gut zu unserer Situation.
Samstagabend gingen wir an Bord, und um 10 Uhr brach die “Lofoten” auf.

Als wir morgens an Deck kamen, waren wir auf Höhe von Helgoland. Die Sonne schien, und es gab eine leichte Brise von Nordwesten. Mutter bekam einen gemütlichen Platz oben auf der Kommandobrücke, wo wir das schöne Wetter genossen haben. Der Nordwestwind nahm jedoch zu und begann, die See in Bewegung zu setzen, da die Strömung nach Norden ging, und Mutter begann sich weniger wohl zu fühlen. Da holte ich eine Flasche Aquavit und gab ihr einen großen Schluck. Da sowohl der Lotse als auch ich Mutter gesagt hatten, dass es gut gegen Seekrankheit sei, nahm Mutter ihn mit Todesverachten zu sich. Mein Erstaunen war groß, als Mutter nach dem Schnaps sagte: “Aber Emil, das ist ja kein Schnaps, das ist ja schöner Likør!” Nachdem ich mich davon überzeugt hatte, dass es Aqvavit war, dachte ich: “Nun, das kann ja schön werden, wenn sie Aqvavit für Likör hält.” Ich holte daher ein Glas Cognac, oder zwei bis drei, für sie, aber die Seekrankheit wurde nicht besser, wenn sie sich auch nicht übergeben musste, also brachte ich sie zu Bett, und da die Schnäpse sie schläfrig gemacht hatten, musste ich sie ausziehen und ihr ins Bett helfen, wo sie sofort eingeschlafen ist. Da der Seegang zunahm, war es gut, dass sie in Bett gekommen war. Ich schaute oft zu ihr herab, aber erst am Nachmittag wachte sie auf, und es ging ihr ganz gut, sie wurde nur vom Durst gequält und wollte Champagner haben. Schwager Bertram hatte eine Flasche mit an Bord gebracht, und ich musste sie jetzt öffnen, und Mutter stillte ihren Durst mit “sündigem” Vergnügen, woraufhin sie sich zur anderen Seite drehte und weiter schlief. Jedes Mal, wenn sie aufwachte „nahm sie sich noch einen”, bis die Flasche leer war, aber frei von Seekrankheit war sie auf der ganzen Reise mit dieser Diät.

Die D/S “Lofoten” hatte wenig Last unter dieser Reise geladen, und man hatte sehr viel auf dem Mitteldeck und wenig im Raum verstaut, um die Entladung zu erleichtern. Das Boot war daher ziemlich gerade, so dass es ruhige Bewegungen hatte, und wir hatten ein gutes Tempo, besonders als der Wind auf Südost drehte und zunahm. Sonntag Abend um 11-12 Uhr waren wir ca. zwei Meilen vor dem Oxø Leuchtturm, als wir auf Meereis trafen. Ein paar Stunden versuchte man, an die Küste zu gelangen, aber das Eis war zu dicht und zu groß, um zu wagen, es zu forcieren. Daher machte man sich auf den Weg nach Mandal, um dort anzulegen und die Waren abzuladen, die nach Osten gehen sollten, und Post und Passagiere abzuliefern, aber jetzt setzte ein rauschender Südweststurm mit Schnee ein, der so dicht war, dass man nicht eine Schiffslänge sah. Wir lagen 24 Stunden vor dem Leuchtturm von Ryvingen und warteten darauf, dass es ruhiger wurde, aber nein! Plötzlich traf der Seegang, in der Nacht von Montag auf Dienstag, so schlimm quer auf das Schiff, dass es ganz flach auf die Seite geworfen wurde und lange Zeit nicht den Anschein machte, sich wieder aufzurichten. Die Wasserkaraffe, die am Kopfende meines Bettes stand, leerte ihren gesamten Inhalt über mich und fiel dann auf den Boden und ging in Stücke. Dann kam zum Glück ein anderer Seegang und gab dem Schiff einen Schubser, so dass es sich langsam wieder aufrichtete. Der Steuermann Gjerdrum erzählte mir am Morgen, dass man befürchtet hatte, das Schiff würde ganz kentern, da es wegen der schweren Last auf dem Mitteldeck so gerade war. Als das Schiff wieder aufrecht auf dem Kiel stand, wurde der Plan aufgegeben, nach Mandal zu fahren, da dort nun ein orkanartiger Sturm blies, und man machte sich auf den Weg nach Stavanger. Nun, es sah wunderschön aus. Wir wollten nach Risør und kamen nach Stavanger! Der Kapitän sagte, ich könne mit der D / S “Finmarken”, die am nächsten Tag von Stavanger über Kristiansand nach Hamburg fahren sollte, gratis reisen, aber ich wagte nicht, dies zu akzeptieren, da ich riskierte, statt nach Søndeled wieder nach Hamburg zu reisen, weshalb ich ein Küstenboot vorzog, so dass ich dann zumindest im Land blieb. Es stellte sich auch als günstig heraus, denn die “Finmarken” kam nicht nach Kristiansand hinein, wohingegen die D/S “Bjørgvin”, mit der wir gereist sind, das letzte Schiff war, das im Laufe von sechs Wochen nach Kristiansand gelangte.

In Stavanger besuchten wir Papas Cousin Rechtsanwalt Ove Gude, den ich aus früheren Tagen kannte, als er als Student im Haus meiner Eltern in Kristiania verkehrte. Seine liebenswürdige Frau (geborene Sømme) kümmerte sich herzlich um Mutter, die die Strapazen des Reisens doch etwas mitgenommen hatten. Wir waren einen Tag in Stavanger und reisten dann bei schönem, ruhigem Wetter an der Küste entlang nach Osten. “Bjørgvin” lief alle Kleinstädte an und blieb innerhalb des Schärengartens, der so gut wie eisfrei war, bis wir zum Kristiansandsfjord kamen, der voller Eis war, aber zu unserem Glück hatte sich gerade ein großes englisches Boot durchgekämpft, und in dessen Fahrrinne schlüpfte dann die “Bjørnvin”, und unsere abenteuerliche Seereise war vorbei. Aber wie verändert fand ich Kristiansand an diesen 14 Tagen vor. Es hatte fast die ganze Zeit geschneit und der Schnee lag auf Höhe der Fenster im zweiten Stock in den Straßen, also hatte man einen “Lichtschacht” gegraben, um Licht in die Räume im Erdgeschoss zu bringen! Wir zogen in Ernsts Hotel ein und besuchten sowohl Amtsrichter Barth’s und Papas Vetter, Oberleutnant Albrecht Gude, wo Mutter und ich zu Mittag aßen. Ich hatte ich den alten Ehrenmann auf der Hinreise besucht und ihm versprechen müssen, auf der Rückreise zusammen mit Mutter zu ihm zu kommen. Damals aß ich auch mit ihm zu Mittag und er bot mir das „Du” an, was wir mit Schnaps am Tisch tranken!

Ich habe dann bei dem Spediteur der Kutschstation für den nächsten Morgen zwei Schlitten bestellt, einen breiten Schlitten für Mutter und mich und einen langen Schlitten für unser großes Gepäck, und da er bereit war, uns gemäß der aktuellen Beförderungsgebühr direkt nach Grimstad zu fahren, war ich sehr zufrieden. So umgingen wir ein Umladen, denn ich hoffte, in Grimstad eine Mitfahrgelegenheit bis nach Søndeled zu bekommen, was auch gelang.
Am nächsten Morgen fuhren wir gut verpackt los. Es war wunderschönes Wetter und da die Schneepflüge gefahren waren, kamen wir gut voran. Gegen Mittag waren wir in Lillesand, wo wir nach dem Essen den Apotheker Nærup besuchten, den Mutter und ich aus Kongsberg kannten, wo er damals Pharmazeut war. Er und seine Frau waren sehr freundlich, und soweit ich mich erinnere, haben wir dort Kaffee getrunken, bevor wir weiter nach Grimstad fuhren, wo wir übernachteten. Am nächsten Tag ging es bei schönem Winterwetter und Sonnenschein weiter, und am Nachmittag kamen wir zu unserem neuen, kleinen, aber gemütlichen Zuhause. Das Mädchen, Marthe Frøina, Tochter eines Lods, hatte die Möbel arrangiert, die gekommen waren, während ich weg war, und unsere alte Gastgeberin versorgte uns sofort mit Kaffee und Kuchen.

Unser Mädchen Marthe war ein großes, kräftiges Mädchen. Sie sah fast aus wie ein kräftiger Junge, war aber, soweit ich weiß, als Dienstmädchen für Mutter sehr nützlich. Sie war verlobt und sollte im Herbst heiraten.

Nach acht Tagen umherirren waren wir am Samstagnachmittag nach Søndeled gekommen! Als alles ausgepackt und in Ordnung gebracht worden war, besuchten wir Egelands Eisenwerk, das damals in Betrieb war und von dem Schweden Ingenieur Richard Haglund geleitet wurde. Er war ein sehr netter Mann (Junggeselle) und seine Haushälterin, Frau Thorvildsen – die er später heiratete – ein wirklich netter Mensch, so dass wir während der Zeit, in der wir in Søndeled lebten, oft zu ihnen kamen.
Bei Amtsingenieur Grøn waren wir nicht zu Besuch, da die Frau sehr krank war, und er war oft im großen Distrikt unterwegs. Wir haben jedoch einige Risør-Familien über Haglund kennengelernt, so auch die Gebrüder Haslund, Dr. Scheen, Holzhändler Mürer und später auch Jac, als wir nach Risør zogen. Preben, Konsul Finne, Konsul Thiis, Pastor Lunde, Postmeister Saxild, den wir aus Kongsberg kannten, viele andere. Haglund war musikalisch und er sang und spielte ein wenig Klavier oder Orgelharmonium, also sangen wir Duette und Mutter und er spielten Duos für Klavier und Harmonium.

Wir haben ein paar Fahrten auf dem Vadstø-See in Richtung Egeland unternommen, welche weniger angenehm, wenn auch ungefährlich waren. Starkes Tauwetter hatte den Schnee auf dem Eis geschmolzen, und es stand ca. 50 Zentimeter Wasser auf dem starken Eis. Dann kam Frost und es bildete sich Eis darüber, durch das das Pferd meist durchtrat, welches aber den Schlitten trug. Es kam aber auch vor, dass dieser durchbrach und in das Wasser hinunter ging. Mutter gefiel es nicht, sie war aber unglaublich mutig und hatte sich noch nicht daran gewöhnt, aufzuschreien. Als sie fühlte, dass ich ruhig war, war sie es auch.

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